Evonik schließt Hamburg- und Bitterfeld-Anlagen 2027, 90 Stellen abgebaut

Evonik Industries wird seinen Standort für Kosmetik‑ und Körperpflege in Hamburg sowie das Chlorosilan‑Werk in Bitterfeld im Jahr 2027 schließen und dabei insgesamt 90 Stellen abbauen – im Rahmen einer Konsolidierungsmaßnahme zur Reduzierung fragmentierter Produktionsstrukturen.

11 September 2026

Evonik Hamburg Chemieanlage (Standort für Kosmetik‑ und Pflegeproduktion)
ES-PUNKT-GE-PUNKT VIA WIKIMEDIA COMMONS (CC0)

Evonik Industries gab am 11 September 2026 bekannt, dass es seine Standorte in Hamburg und Bitterfeld im Jahr 2027 schließen wird und dabei insgesamt 90 Stellen, 50 in Hamburg und 40 in Bitterfeld, abbaut, während es die Produktion an größeren Standorten konsolidiert.Handelsblatt

Umfang der Schließungen

Die beiden Anlagen sind im Vergleich zum übrigen Netzwerk von Evonik klein. Der Standort Hamburg produziert Kosmetik‑ und Körperpflege‑Zutaten und beschäftigt zum Zeitpunkt der Ankündigung 50 Mitarbeitende. Das Werk in Bitterfeld stellt Chlorosilane her und beschäftigt 40 Mitarbeitende.Handelsblatt

Evonik-Standortschließungen und Stellenwirkungen (Quelle: Handelsblatt)
Standort Betroffene Stellen Geschäftsbereich
Hamburg 50 Personen Kosmetik & Körperpflege
Bitterfeld 40 Personen Chlorosilanproduktion

Begründung für die Maßnahme

Evonik stellt die Schließungen als Reaktion auf „überfragmentierte" Produktions‑, Verwaltungs‑ und Laborstrukturen dar, die „unnötig hohe Kosten" verursachen und die Wettbewerbsfähigkeit schwächen.Handelsblatt

„Das führt zu unnötig hohen Kosten und schwächt unsere Wettbewerbsfähigkeit. Deshalb müssen wir Evonik räumlich stärker bündeln und unsere Strukturen bewusst konzentrieren, um effizienter zu arbeiten, Innovationen schneller voranzutreiben und unsere Wettbewerbsfähigkeit zu stärken", sagte Claus Rettig, Interims‑Vorsitzender des Vorstands.Handelsblatt

Das Unternehmen fügte hinzu, dass es „in enger Abstimmung mit den Arbeitnehmervertretern" sozial verträgliche Lösungen für die betroffenen Beschäftigten in den kommenden Monaten erarbeiten werde.Handelsblatt

Unternehmenskontext

Die Evonik Industries AG ist ein deutsches Spezialchemie‑Konzern mit Sitz in Essen. Das Unternehmen meldete in seiner letzten Meldung bei der U.S. Securities and Exchange Commission 31,053 Mitarbeitende.SEC filing Christian Kullmann ist als Vorstandsvorsitzender gelistet, obwohl der Handelsblatt‑Artikel Interims‑Vorsitzender Claus Rettig als Sprecher des Restrukturierungsplans zitiert.

Die breitere Strategie von Evonik, die in jüngsten Unternehmenskommunikationen dargelegt wurde, betont die Reduzierung fragmentierter Strukturen und die Senkung von Kosten im gesamten Portfolio. Die Schließungen in Hamburg und Bitterfeld werden als der jüngste konkrete Schritt in diesem Programm dargestellt.

Zeitplan und nächste Schritte

  • 11 September 2026, Evonik kündigt öffentlich die geplanten Schließungen der Standorte Hamburg und Bitterfeld an.Handelsblatt
  • 2027 (geplant), Physische Stilllegung beider Anlagen und damit verbundene Personalabbau.Handelsblatt

Der genaue Monat der Stilllegung im Jahr 2027 wurde nicht bekannt gegeben, ebenso wenig die Bedingungen etwaiger Abfindungs‑ oder Umschulungsprogramme. Evonik erklärte, dass es die Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern fortsetzen werde, um sozial verantwortliche Ergebnisse zu erzielen, die Einzelheiten bleiben jedoch unbekannt.

Analyst*innen, die die Restrukturierung der deutschen Industrie beobachten, werden feststellen, dass der Abbau von 90 Stellen im Vergleich zu größeren branchenweiten Programmen bescheiden ist, er jedoch Evoniks Bereitschaft signalisiert, bei Kostendruck entschlossen zu handeln. Die Auswirkungen auf die lokalen Arbeitsmärkte in Hamburg und Bitterfeld hängen von der Geschwindigkeit etwaiger Umschulungsmaßnahmen und der Verfügbarkeit alternativer Beschäftigungsmöglichkeiten in den Chemie‑Cluster‑Regionen ab.

Weitere Updates werden erwartet, sobald Evonik den Stilllegungsplan finalisiert und die deutsche Chemieindustrie über die umfassendere Kosten‑Wettbewerbs‑Initiative berichtet.