VDMA warnt vor 12 %iger Erwerbsbevölkerung‑Schrumpfung in Sachsen‑Anhalt und fordert einwanderungsfreundliche Reformen nach AfD‑Sieg
Der deutsche Ingenieurverband VDMA prognostiziert in den nächsten neun Jahren einen Rückgang der erwerbsfähigen Bevölkerung in Sachsen‑Anhalt um 12 %, eine Warnung, die die Forderungen der Wirtschaft nach schnelleren einwanderungsfreundlichen Reformen nach dem klaren Wahlsieg der AfD verstärkt.

Der deutsche Ingenieurverband VDMA warnte, dass Sachsen‑Anhalt in etwa zwölf Prozent weniger Erwerbspersonen auf dem Arbeitsmarkt haben wird, wenn man neun Jahre in die Zukunft blickt, eine Prognose, die die Forderungen der Wirtschaft nach einwanderungsfreundlichen Reformen nach dem klaren Wahlsieg der AfD verstärkt hat.
Demografische Warnung des VDMA
In einer von der Handelsblatt berichteten Stellungnahme hob der VDMA hervor, dass Sachsen‑Anhalt bereits die älteste Bevölkerungsstruktur aller deutschen Bundesländer aufweist. Der Verband quantifizierte den demografischen Druck: In neun Jahren wird der Arbeitsmarkt der Region etwa 12 % weniger potenzielle Beschäftigte haben als heute.
"In neun Jahren werden dem Arbeitsmarkt rund zwölf Prozent weniger Erwerbspersonen zur Verfügung stehen," the VDMA said.Die Zahl wird als Prozentsatz der aktuellen erwerbsfähigen Bevölkerung angegeben und stellt keine Jahres‑zu‑Jahres‑Veränderung dar; sie ist eine zukunftsgerichtete Projektion für den Zeitraum, der etwa 2035 endet.
Politischer Kontext: Klarer Sieg der AfD
Die Warnung erfolgt unmittelbar nach dem klaren Sieg der AfD bei der Landtagswahl in Sachsen‑Anhalt, ein Ergebnis, das die politische Kalkulation in Berlin neu ausgerichtet hat. Derselbe Handelsblatt-Artikel verknüpft den Alarm des VDMA mit der Wahl und stellt fest, dass der Erfolg der Partei die Wirtschaft dazu veranlasst hat, die Bundesregierung zu schnellen Reformen zu drängen.
Wirtschaftliche Reaktion: HDE betont Freizügigkeit
Parallel zum VDMA veröffentlichte der deutsche Fachverbund HDE (Handelsverband Deutschland) eine gleichzeitige Stellungnahme. HDE‑Präsident Alexander von Preen warnte, dass die deutsche Wirtschaft von einem funktionierenden EU‑Binnenmarkt und der Freizügigkeit der Arbeitnehmer abhängt. Er sagte: „Eine Politik der Abschottung und der Ausgrenzung führt in die Irre" und fügte hinzu: „Ich befürchte hohen Schaden für den Standort Deutschland, wenn potenzielle Fachkräfte aus dem Ausland nun davor zurückschrecken, zu uns zu kommen." Beide Äußerungen wurden im selben Handelsblatt-Artikel veröffentlicht.
Warum Einwanderungsreformen jetzt wichtig sind
Der prognostizierte Rückgang von 12 % bedeutet einen erheblichen Mangel an Fachkräften für den Fertigungssektor in Sachsen‑Anhalt, der stark auf ingenieurtechnisches Know‑how angewiesen ist. Ohne einen Zustrom qualifizierter Arbeitskräfte riskieren Unternehmen geringere Produktionsmengen, verzögerte Projekte und einen Wettbewerbsnachteil gegenüber anderen deutschen Bundesländern mit jüngeren demografischen Strukturen.
Wirtschaftsverbände argumentieren, dass das wirksamste politische Instrument die Liberalisierung der Einwanderungsbestimmungen, insbesondere für Fachkräfte aus Nicht‑EU‑Ländern, sei. Sie vertreten die Ansicht, dass die Erleichterung von Visaverfahren und die Anerkennung ausländischer Qualifikationen dazu beitragen würden, den vom VDMA identifizierten demografischen Gegenwind auszugleichen.
Auswirkungen auf die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands
Sollte der prognostizierte Rückgang eintreten und Einwanderungsreformen ausbleiben, könnte Sachsen‑Anhalt zu einem Fallbeispiel für strukturellen Niedergang in einer High‑Tech‑Wirtschaft werden. Die gesamte deutsche Wirtschaft könnte durch Lieferkettenunterbrechungen, insbesondere in Branchen, in denen die VDMA‑Mitglieder Schlüssel‑lieferanten sind, Spill‑over‑Effekte spüren.
Umgekehrt könnte eine rasche politische Reaktion die Auswirkungen abmildern, die industrielle Basis des Bundeslandes erhalten und die Gesamtposition Deutschlands auf dem europäischen Markt stärken. Die Dringlichkeit, die sowohl VDMA als auch HDE zum Ausdruck bringen, lässt vermuten, dass in den kommenden Monaten ein verstärktes Lobbying in Berlin stattfinden wird.
Wesentliche Fakten auf einen Blick
| Kennzahl | Wert | Zeitraum | Quelle |
|---|---|---|---|
| Prognostizierter Rückgang der erwerbsfähigen Bevölkerung | 12 % | in neun Jahren (≈2035) | Handelsblatt |
Der VDMA hat seinen Sitz in Frankfurt und wurde 1890 gegründet. Seine Branchenklassifizierung lautet „Activities of business and employers membership organisations". Der HDE, vertreten durch Präsident Alexander von Preen, ist der Dachverband der deutschen Fachverbände.
Der Zeitplan ist einfach: Der Handelsblatt-Artikel, der die VDMA‑Warnung und die HDE‑Kommentare berichtet, wurde am 7 September 2026 veröffentlicht, unmittelbar nach dem Wahlsieg der AfD.
Was noch unbekannt ist, ist die genaue Zahl der in den Ingenieurunternehmen Sachsen‑Anhalts gefährdeten Arbeitsplätze sowie die konkreten politischen Maßnahmen, die die Bundesregierung ergreifen wird. Sowohl VDMA als auch HDE haben Klarstellungen gefordert und lassen die Thematik für weitere Debatten offen.
